Wie viele Feiern/Partys darf ein Mieter im Jahr feiern?

geschrieben am 28.09.2012 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Die Party in der Mietwohnung ist ein heikles Thema. Um kaum ein anderes Problem hinsichtlich der Nutzung der gemieteten Wohnung ranken sich so viele Missverständnisse wie um die Party. Wie viele Feiern darf der Mieter im Jahr Zuhause feiern? Gibt es eine festgelegte Quote? Von welchen Faktoren hängt die Antwort ab?

Die Party Und der Mieter geschützt durch das Grundgesetz?


Das Verhalten in der eigenen Wohnung nach eigenem Gusto ist grundgesetzlich geschützt. In Art. 13 des Grundgesetzes heißt es, dass die Wohnung unverletzlich sei. Dies meint insbesondere, dass grundsätzlich in den eigenen (gemieteten) vier Wänden für den Mieter die freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt ist. Unterstützt wird dies noch durch das Auffanggrundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit nach Art. 2 Absatz 1 GG. Demnach wäre eine Party grundsätzlich an 365 Tagen im Jahr zulässig. Dass dies jedoch nicht zusammenhangslos von Rechten anderer und privatrechtlich geschlossenen Absprachen gesehen werden darf, dürfte jedem einleuchten.

Die Party im Mietvertrag geregelt?


In jedem Mietvertrag können grundsätzlich alle Arten von Abreden die Nutzung der vermieteten Räume betreffend getroffen werden. Auch hier können die Mietparteien gewisse Quoten vereinbaren und festlegen. Dies ist in der Bundesrepublik Deutschland jedoch eher die absolute Ausnahme. Generell gibt es in allen Mietverträgen Hausordnungen, die zum einen Bestandteil der geschlossenen Verträge sind und damit für die Mieter und Vermieter verbindliche Rechte und Pflichten begründen. Zum anderen sind diese Hausordnungen an jahrzehntelangen Rechtsprechungen angelehnt, die bestimmen, was den Mietern gestattet und zumutbar ist. In diesen Hausordnungen wird unter anderem stets festgelegt, dass zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Zimmerlautstärke einzuhalten ist, lautes Türenknallen untersagt ist etc.
Diese Vorschriften sind an keinem Tag abbedungen. Das heißt - Auch wenn gefeiert werden soll, muss sich die Mietpartei an diese Vorgaben halten, welche durch den Mietvertrag zwingend vereinbart wurden. Dies bedeutet sogleich: Feten, die die Nachtruhe der übrigen Mietparteien oder sonstiger in der Umgebung betroffenen Menschen stören sind nicht zulässig. Wohnungen sind weder Bars noch Kneipen oder Diskotheken. Dagegen kann Besuch als solcher nicht untersagt werden. Daher müssen klare Indizien für das Abhalten einer Fete gegeben sein.

Für weitere Hinweise zu Partys in der Mietwohnung oder auch allgemein empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Broschüre Häufige Fehler beim Hausverkauf vermeiden.


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Handlungsempfehlung


Generell sind Feten aufgrund des damit einhergehenden Lärms in Wohnungen wegen der vereinbarten Hausordnung also nicht zulässig. Vermieter stehen in der Pflicht bei Zuwiderhandlungen auf Begehren der gestörten Mieter adäquate Handlungen vorzunehmen. Es sei den Parteien daher stets empfohlen den kommunikativen Weg zu suchen und Feten anzukündigen und mit Nachbarn zu vereinbaren. So drohen keine Beschwerden, Mietminderungen oder gar Unterlassungsansprüche.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!  

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