Wem gehören die Zinsen für die Kaution - dem Mieter oder dem Vermieter?

geschrieben am 04.01.2013 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung vermieten wollen, kommt spätestens mit der Unterzeichnung des Mietvertrags auch die Frage nach der Kaution ins Spiel. Damit alles seine Richtigkeit hat und es zu keinen ungültigen Klauseln im Mietvertrag kommt, sollten Sie einiges zur Kaution wissen, so zum Beispiel, wie es mit der Verzinsung aussieht und wem diese wann zusteht.

Muss ein Mindestzins erwirtschaftet werden?


Die maximale Mietkautionsforderung, die Sie als Vermieter vom Gesetz her bei einem privaten Mietobjekt erheben dürfen, liegt bei drei Kaltmieten. Laut Gesetzgeber sind Sie zudem dazu aufgefordert, das Depositum so anzulegen, dass dadurch Zinsen erwirtschaftet werden können. Dabei gibt es keine konkrete Höhe des Zinssatzes. Laut Gesetz ist die Kaution aber zu solchen Konditionen von Ihnen anzulegen, wie sie eine durchschnittliche Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsmöglichkeit bietet. Wenn Sie einen Blick auf diese üblichen Verzinsungen werfen, erkennen Sie bereits, dass diese Sparanlagen mit die schlechtesten Zinsen überhaupt bieten. Dass die Mietkaution per Gesetz verzinst werden muss, deutet also auch schon an, dass diese Zinsen dem Mieter zustehen.



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Kann der Mieter von Ihnen jährlich Zinszahlungen fordern?


Hier schreibt der Gesetzgeber ebenfalls vor, dass die Verzinsung grundsätzlich dem Mieter gehört, allerdings soll durch die Erhöhung durch Zinsen ebenfalls die Sicherheit erhöht werden. Deshalb kann ein Mieter auch keine jährlichen Zinsauszahlungen von Ihnen fordern. Jedoch kann er Sie als Vermieter auffordern, ihm eine entsprechende Bestätigung über die Anlage als auch die Verzinsung zukommen zu lassen. Letzteres ist sogar notwendig. Da es sich ja um einen Zinsertrag zugunsten des Mieters handelt, muss dieser diese Zinsen aus der Kaution auch versteuern. Beides sollte für Sie kein Problem sein, da ja die Mietkaution sowieso gesondert von Ihrem eigenen Vermögen angelegt werden muss, da im Falle Ihrer Insolvenz die weitere Verfügbarkeit der Kaution ebenso gewährleistet sein muss.


Wann müssen Sie dann die Zinsen samt Kaution an den Mieter auszahlen?


Vielleicht haben Sie nun aber die Mietkaution zu besseren Konditionen anlegen können, weil Sie beispielsweise ein ausgesprochen guter Kunde in Ihrer Hausbank sind. Im Prinzip kommt es unter diesen Umständen ja nur aufgrund Ihrer guten Verbindungen zur Bank zu einer besseren Verzinsung. Und da ja das Geld nur zu den oben genannten Mindestanforderungen anzulegen ist, könnte sich mancher Vermieter denken, dass auf einen deutlich höher liegenden Zins ein Anspruch bestünde. Dem ist aber nicht so. Sämtliche Mieterträge gehören dem Mieter und werden über die gesamte Laufzeit zur Mietkaution als zusätzliche Sicherheit für Sie addiert. Hat Ihr Mieter nun gekündigt und möchte ausziehen, kann er Sie ebenfalls nicht zur Auszahlung der bis dahin erwirtschafteten Zinsen auffordern. Sollten noch Schadensbeurteilungen laufen oder Betriebskostenabrechnungen ausstehen, können Sie das Geld auch entsprechend lange einbehalten. Es kann so schon mal ein Jahr dauern, bis die Kaution ausbezahlt werden kann. Eine gesetzlich bindende Frist gibt es nicht.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel hinsichtlich der Handhabung der Kaution und deren Verzinsung haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!  

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