Darf ein Vermieter steigende Nebenkosten auf den Mieter umlegen?

geschrieben am 09.11.2012 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung oder verbindliche Aussage handelt.

Nebenkosten gesetzlich definiert

Über nichts wird zwischen Vermieter und Mieter so oft gestritten, wie über die Nebenkosten. Dabei hat der Gesetzgeber hier ganz eindeutige Vorschriften erlassen. Punkt für Punkt sind im § 2 der Betriebskostenverordnung alle Nebenkosten aufgeführt, die Sie als Vermieter an Ihre Mieter umlegen können. Das reicht von den öffentlichen Lasten des Grundstücks über die Kosten für Reinigungs- und Pflegearbeiten bis hin zu den Ausgaben für Sach- und Haftpflichtversicherungen. Sehen wir einmal davon ab, dass einzelne Positionen wie Versicherungen von manchem Mieter grundsätzlich in Frage gestellt werden, wenn Sie diese umlegen. Bei steigenden Nebenkosten kommt es regelmäßig zu Diskussionen und Widerspruch. Hier ist das Recht aber ganz eindeutig auf Ihrer Seite. Sie dürfen steigende Nebenkosten nach den gesetzlichen Regelungen auf Ihre Mieter umlegen.

Mieter informieren - Kosten umlegen


Sie selbst haben ja nichts von den steigenden Nebenkosten. Sie müssen Forderungen Dritter lediglich umlegen. Wenn Sie als Vermieter steigende Kosten an Ihre Mieter weitergeben müssen, sollten Sie deshalb von vornherein der Nebenkostenabrechnung entsprechende Begründungen, besser noch Belege beifügen. So ersparen Sie sich und jedem Mieter unnötige Diskussionen. Bei Strom- und Heizkosten sind die Steigerungen für alle Seiten gleichermaßen unangenehm, aber meist unstrittig.


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Wirtschaftlich ist nicht billig


Schwieriger wird es bei Kosten für einen Hausmeisterservice beispielsweise. Hier sieht das Gebot der Wirtschaftlichkeit aber ganz eindeutig nicht vor, dass Sie den billigsten Anbieter beschäftigen müssen. Kriterien wie Zuverlässigkeit, Qualität der Arbeiten oder spezielle Erfahrungen für technische Einrichtungen in Ihren Immobilien spielen hier ebenso eine Rolle. Als ein Kriterium der Wirtschaftlichkeit wird gelegentlich angeführt, dass es sich um Kosten handeln sollte, die ein Vermieter auch dann verursachen würde, wenn er sie selbst zu zahlen hätte.

Rechtzeitig per Erklärung umlegen


Die meisten Vermieter haben per Mietvertrag mit Ihren Mietern monatliche Nebenkostenvorauszahlungen mit jährlicher Abrechnung vereinbart. In diesem Falle werden gestiegene Nebenkosten in der Abrechnung in Ansatz gebracht und dann die Vorauszahlungen für die kommende Periode angemessen angehoben. Anders sieht es aus, wenn Sie sich mit Ihren Mietern auf eine Betriebskostenpauschale geeinigt haben. In diesem Falle können Sie die Erhöhungen durch eine schriftliche Erklärung anteilig auf die Mieter umlegen. Voraussetzung ist allerdings, dass dies im Mietvertrag so vereinbart worden ist. Dabei muss der Grund für die gestiegene Umlage zwingend bezeichnet und erläutert werden.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung! 

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