Kann ein Mietvertrag innerhalb einer bestimmten Frist widerrufen werden?

geschrieben am 06.07.2012 von RE/MAX Ulm

Widerruf des Mietvertrags: Ein schwieriges Unterfangen


Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Ein unterschriebener Mietvertrag ist nur sehr schwierig zu widerrufen. In vielen Fällen hilft nur die Kulanz des Vermieters, oder der Umweg über eine Anfechtung.

Der Mietvertrag für die Wohnung in der neuen Stadt ist unterschrieben und dem Umzug steht eigentlich nichts mehr im Wege. Dann aber folgt die böse Überraschung. Der potentielle neue Arbeitsgeber überlegt es sich anders und widererwartend flattert eine Absage in den Briefkasten. Solche oder ähnliche Situationen führen dazu, dass Mieter am liebsten den bereits unterschriebenen Mietvertrag widerrufen möchten.

Ein abgeschlossener Mietvertrag ist grundsätzlich wirksam


Ein Widerruf des Mietvertrags ist allerdings nur in seltenen Fällen problemlos möglich. Denn ein abgeschlossener Mietvertrag ist grundsätzlich wirksam, weiß auch der deutsche Mieterbund. Anders als bei vielen anderen Verträgen, gibt es bei Mietverträgen kein generelles Widerrufsrecht mit einer vierzehntägigen Frist. Mieter können Mietverträge auch dann nicht widerrufen, wenn sie die Wohnung noch gar nicht bezogen haben. Eine Ausnahme besteht nur, wenn im Mietvertrag eine solche Frist aufgeführt ist. Sollte ein Mieter nicht ganz sicher sein, ob er auch wirklich in die Wohnung einziehen kann (noch keine Kreditzusage, Arbeitsvertrag nicht unterschrieben), dann kann er versuchen, mit dem Vermieter eine Übereinkunft über eine solche Klausel im Mietvertrag zu treffen. Wenn Sie als Vermieter versuchen, Mietrückstände zu vermeiden, könnte ein solches Vorgehen durchaus sinnvoll sein. Dem Mieter bleibt ansonsten häufig nur die gesetzliche dreimonatige Kündigungsfrist, die schon vor Einzug in eine Wohnung besteht. Die Frist lässt sich in vielen Fällen umgehen, wenn der Vermieter damit einverstanden ist, dass der Mieter ihm bei der Suche nach einem neuen Mieter hilft. 


fehlerbroschuere-banner


Ausnahmefall: Hausgeschäft


Nur in einem Fall haben Mieter die Möglichkeit ihre Mietverträge innerhalb einer vierzehntägigen Frist zu widerrufen. Dies ist der Fall, wenn der Vermieter oder die Hausverwaltung unaufgefordert in die Wohnung des Mieters kommt und Sie dort den Mietvertrag unterschreiben. Hier ist ein Hausgeschäft zustande gekommen, das der Mieter mit einer gesetzlichen Frist von vierzehn Tagen widerrufen kann.
Besonders Mieter, die zu dem Abschluss eines Mietvertrags gedrängt wurden, profitieren von dieser Regelung. Allerdings gilt die Regelung nicht, wenn der Mieter den Vermieter eingeladen hat.

Außerordentliche Kündigung


Manchmal kann sich für den Mieter auch eine außerordentliche Kündigung lohnen. Diese Form der Kündigung ist möglich, wenn es für den Mieter zu einer gesundheitlichen Belastung kommt oder er Nachteile durch Baumängel oder Baulärm befürchten muss. Auch eine Anfechtung des Mietvertrages könnte dem Mieter möglicherweise aus dem Mietvertrag helfen. Aussicht auf Erfolg hat sie, wenn der Vermieter dem Mieter gravierende Mängel und Schäden verschweigt, wie z.B. das die Wohnung seit Monaten von Ungeziefer befallen ist.


Sie sehen, einfach ist es nicht aus einem bestehenden Mietvertrag zu kommen. Dies gilt allerdings für beide Seiten - den Vermieter und auch den Mieter.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung! 

Kommentare


- Es sind noch keine Kommentare vorhanden. -