Kann ein Mietvertrag widerrufen werden?

geschrieben am 29.08.2014 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Im Prinzip nein, aber…

Wie auch in ähnlichen Fällen lautet die Antwort oft: Im Prinzip nein, aber…
Prinzipiell kann man sagen, dass ein unterzeichneter Mietvertrag auch eingehalten werden muss. Das hei
ßt, wenn Sie ihn kündigen wollen, müssen Sie im Normalfall die gesetzliche Frist von drei Monaten einhalten.
Anders verh
ält es sich nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind oder gewisse Bedingungen nicht erbracht wurden.
So kann zum Beispiel ein Mietvertrag angefochten werden, wenn die Wohnung nicht im vertragsgemäßen Zustand
übergeben wird oder wenn Sie vom Vermieter arglistig getäuscht wurden. Beides müßten Sie aber nachweisen können.
Sogenannte Haustürgeschäfte k
önnten ebenso angefochten werden, jedoch ist die Beweislage da ebenfalls nicht so eindeutig, weil Mietverträge selten überraschend und noch seltener auf der Straße abgeschlossen werden. Mit anderen Worten, wenn Sie zur Unterzeichnung des Mietvertrages ins Büro des Vermieters gehen, wird man Ihnen kaum abnehmen, dass Sie ein Haustürgeschäft anfechten wollen.



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Weitere Möglichkeiten

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich, wenn Sie bei der Ausarbeitung des Mietvertrages dabei sind und ein Rücktrittsrecht miteinarbeiten lassen können. Dies kann Ihnen unter Umständen den Auszug erleichtern.
Haben Sie voreilig unterschrieben und bereuen diesen Schritt schon oder haben Sie widererwartend etwas anderes gefunden, k
önnen Sie Ihrem Vermieter eine Mietaufhebungsvereinbarung vorschlagen und ihm bei der Suche nach einem Nachmieter behilflich sein oder gar einen Nachmieter stellen. Dies funktioniert aber nur, wenn der Vermieter damit einverstanden ist.

Kündigung durch den Vermieter

Etwas anders verhält es sich, wenn Ihnen der Vermieter kündigen will. In diesem Fall braucht er einen rechtlich anerkannten Grund, da die Kündigung sonst nicht zulässig ist. Zulässige Gründe liegen laut § 573 Abs. 2 BGB vor, wenn:

  1. der Mieter seine vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt hat,
  2. der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt oder
  3. der Vermieter durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde.

Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Unser Team des RE/MAX Immo-Center, Ihrem Immobilienmakler in Ulm, steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

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