Keine tierischen Überraschungen – Anhaltspunkte zur Vermietung an Haustierbesitzer

geschrieben am 11.01.2018 von RE/MAX Ulm

Auf der Suche nach einer neuen Mietwohnung sind einige Vorraussetzungen zu erfüllen und Hindernisse zu überwinden. Dies gilt besonders für Menschen mit tierischen Mitbewohnern, denn diese können nicht in jeder Mietwohnung anstandslos aufgenommen werden. Oft liegt es am Vermieter der Immobilie zu entscheiden, ob das Haustier keine Schwierigkeit für das angestrebte, möglichst unproblematische Mietverhältnis darstellt.

Deutsches Mietrecht bietet nur vage Orientierung 


Die Entscheidung des Vermieters kann von vielen verschiedenen Faktoren abhängen. Das Deutsche Mietrecht bietet hierbei lediglich einen ungefähren Anhaltspunkt.
Ob beispielsweise ein Hund in der Mietwohnung aufgenommen werden darf, ist demnach nach vorangehendem Gespräch der beteiligten Parteien letztlich vom Vermeiter festzulegen.
Diese Definition lässt Raum für Diskussionen. Vor allem, weil der Begriff „Haustier“ dehnbar ist. So können die befürchteten Konsequenzen durch ein Haustier in der vermieteten Immobilie von leichten, reversiblen Schäden wie Urin- oder Kotrückständen über Kratzspuren an Wänden, Boden und Inventar bis zur Gefährdung von Menschenleben durch gefährliche Tiere reichen.
Besonders in einem Mehrfamilienhaus kann es zu Konflikten kommen, wenn sich andere Mieter über Lärmbelästigung, Verschmutzung oder Verängstigung, beispielsweise durch große Hunde, beklagen. Wie groß die Ausmaße sind, hängt also letztlich vom Tier, nicht aber unbedingt von seiner Größe ab. 

Konsequenzen variieren von Tier zu Tier


Handelt es sich um Kleintiere wie Hamster, Goldfische oder Meerschweinchen, ist in der Regel keine große Gefahr zu erwarten. Deshalb ist der Mieter auch nicht verpflichtet, die Haltung dieser Tiere im Voraus anzugeben. 
Anders ist die Situation bei Tieren wie Hunden oder Katzen. Hier ist eine artgerechte Haltung notwendig, um Probleme auszuschließen, doch inwiefern diese vom potentiellen Mieter ausgeführt wird, kann der Vermieter auf die Schnelle nur schwer ermitteln. 

Ausgenommen hiervon sind Tiere, auf die der potentielle Mieter angewiesen ist, wie etwa Blindenhunde oder andere Therapietiere. Diese müssen aufgenommen werden dürfen, bereiten Mieter und Vermieter aufgrund ihrer speziellen Ausbildung und ihrer besonders ausgeprägten Folgsamkeit aber meist auch keine großen Probleme. 


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Konfliktpunkt Nummer 1 sind Tiere, die in der Allgemeinheit für ihre Gefährlichkeit bekannt sind, beispielsweise bestimmte Spinnen oder Schlangen. Der Besitz und die Haltung solcher Tiere sollte Ihnen der Mietanwärter in jedem Fall vor Bezug mitteilen. 


Kommunikation als Basis für einen harmonischen Mietvertrag


Wer als Vermieter böse tierische Überraschungen nach Einzug des Mieters vermeiden will, oder das Halten von Tieren in der Immobilie zwar nicht komplett unterbinden, aber zumindest kontrollieren und als problemlos umsetzbar wähnen möchte, sollte vor allem einen Ratschlag befolgen: Kommunikation. Auch wenn die Angabe von Haustieren für den Mieter nicht pauschal erforderlich ist, empfiehlt sich doch eine gezielte Nachfrage von Seiten des Vermieters im Voraus. Spielen Mieter und Vermieter von Anfang an mit offenen Karten, ist dies der beste Grundstein für ein funktionierendes Mietverhältnis. 

Für den Vermieter bieten sich einige Möglichkeiten, die Mietsituation mit Haustier bereits vor dem Beginn des Mietvertrages mit eigenen Augen zu beurteilen. So kann er den Haftpflichtversicherungsnachweis und den Impfausweis des tierischen Mietanwärters einsehen, oder aber er erhält die Möglichkeit, sich durch eine schriftliche Beurteilung des bisherigen Vermieters überzeugen zu lassen. 

Generell gilt also: ein Haustier muss nicht zwangsläufig zu Konflikten führen. Zu deren Vermeidung kann - ähnlich wie bei anderen Faktoren - durch ausreichend Kommunikation aber viel getan werden.

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