Kann ein Mieter die letzte Miete mit der Kaution verrechnen lassen?

geschrieben am 18.01.2013 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Zum Ende eines Mietverhältnisses kam mancher Mieter auf die ihm so nahe liegende Idee, die letzte Miete oder mehrere nicht mehr zu bezahlen, der Vermieter könne dafür die hinterlegte Mietkaution behalten und als Miete verrechnen. Ein fataler Irrtum, der rechtliche Konsequenzen haben kann.

Sinn und Zweck einer Kaution


Auch wenn es keine gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung einer Mietkaution gibt, ist eine solche Vereinbarung in den Mietverträgen üblich und auch bindend. Als Maximalsumme geht man von der Miete für drei Monate ohne Nebenkosten aus. Dieses Geld wird als Bargeld an den Vermieter gegeben, der es bei einem Geldinstitut unabhängig von eigenem Vermögen anzulegen hat. Dies schützt das Geld im Falle einer Insolvenz des Vermieters, die erbrachten Zinsen der Kaution gehen am Ende des Mietverhältnisses an den Mieter. Immer häufiger werden auch Bankbürgschaften und verpfändete Sparkonten als Mietsicherheit akzeptiert. Das man überhaupt von Mietsicherheit spricht, hat zur Legendenbildung sicher auch beigetragen, man könne als Mieter das hinterlegte Geld zum Ende des Mietverhältnisses verrechnen. Natürlich gibt die Kaution dem Vermieter auch eine Sicherheit bei ausbleibender Zahlung der Miete. Aus der Kaution können aber sämtliche Ansprüche des Vermieters getilgt werden, die auch nach Beendigung des Mietverhältnisses entstehen: Notwendige Reparaturmaßnahmen oder unabgerechnete Betriebskosten kann der Vermieter mit der Kaution ebenso verrechnen wie noch ausstehende Miete.




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Kautionsrückzahlung zum Ende eines Mietverhältnisses


Daraus wird deutlich, dass das hinterlegte Geld als Sicherheit für den Vermieter auch noch nach Zahlung der letzten Monatsmiete eines gekündigten Mieters zur Verfügung stehen muss, um eventuelle Forderungen an den Mieter verrechnen zu können. Mehr noch, sollte auch während des Mietverhältisses die Kaution anteilig oder vollständig für legitimisierte Forderungen des Vermieters verwendet worden sein, muss der Mieter die Kaution wieder zum vollen vereinbarten Betrag auffüllen. Hierzu kann er sogar gerichtlich gezwungen werden. Die Kosten eines solchen Verfahrens sind dann auch vom Mieter zu tragen. Um prüfen zu können, ob nach Ende eines Mietverhältnisses noch Ansprüche an einen Mieter bestehen, wird dem Vermieter ein gewisser Zeitraum gewährt. Dieser ist manchmal im Mietvertrag festgelegt. Wenn nicht, dann streiten sich die Geister. Befragte Gerichte haben zwischen drei und sechs Monaten als angemessen entschieden, aber in besonderen Fällen auch noch länger längere Zeiträume zugelassen. Für den Mieter bedeutet dies, dass eine eventuelle Mietsicherheit für eine neue Wohnung nicht gleich aus der Rückzahlung der alten Mietkaution gedeckt, sondern eventuell anders finanziert werden muss. Wenn man dies weiß, kann man als Mieter vorsorgen und wird sich am Ende nicht verrechnen. Schließlich hat der Mieter es durch sein eigenes Verhalten selbst in der Hand, wie mit seinem hinterlegten Geld letztlich verfahren wird.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel bezüglich der Kaution oder sonstigen Mietangelegenheiten haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!  

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