Mindert sich die Miete, wenn die Maße der Wohnung vom Vermieter falsch angegeben wurden?

geschrieben am 27.07.2012 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Mindert sich die Miete, wenn die Maße der Wohnung vom Vermieter falsch angegeben wurden?


Juristisch gesehen stellen falsche Angaben im Mietvertrag wie Flächenabweichungen nach unten von mindestens zehn Prozent eine "erhebliche Minderung der Tauglichkeit" der Wohnung dar. Auch rückwirkend kann der Mieter zu viel gezahlte Beträge vom Vermieter zurückfordern, wenn die im Vertrag angegeben Maße falsch sind. Die Minderung richtet sich dabei nach dem Prozentsatz, um den das Mietobjekt zu klein ist: Weicht die tatsächliche Wohnungsgröße also beispielsweise um 15 Prozent von den Maßen ab, die falsch im Mietvertrag stehen, so kann die Monatsmiete ebenfalls um 15 Prozent gekürzt werden. Allerdings erst nach einer fachgerechten Vermessung der Wohnung muss der Vermieter die geringere Miete akzeptieren und die Betriebskosten ebenfalls anpassen. 

Achtung bei verschiedenen Berechnungsmethoden


Zunächst ist es jedoch wichtig zu wissen, welche Grundlage die Berechnung der Wohnungsgröße im Vertrag hat. Voll angerechnet werden Wohnräume, die mindestens zwei Meter hoch sind. Bei einer Raumhöhe zwischen einem und zwei Metern werden nur 50 Prozent der Grundfläche angerechnet. Ist die Raumhöhe niedriger als einen Meter, so wird die Fläche bei der Berechnung der Maße der Wohnung gar nicht berücksichtigt. Sogenannte Zubehörräume wie Dachboden, Keller oder Garage werden ebenfalls nicht mit eingerechnet. Bei Loggia oder Balkon wird die Grundfläche meist zu einem Viertel in die Berechnung einbezogen. Vorsicht ist geboten, wenn im Mietvertrag eine andere Berechnungsmethode vereinbart wurde: Wenn beispielsweise ein Raum mit Dachschräge explizit als vollwertige Wohnfläche angegeben ist, kann eine Minderung der Miete nicht auf Grund der Berechnung nach der üblichen Formel geltend gemacht werden.


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Wichtig: Zuerst den Mietvertrag genau lesen


Doch nicht nur wegen der Berechnungsmethode empfiehlt sich ein Blick in den Mietvertrag, bevor eine Minderung der Miete angekündigt wird. Durch eine Vertragsklausel können Vermieter sich einfach vor einer Mietkürzung schützen, selbst wenn die Maße falsch sind: Steht die Formulierung "die Wohnflächenangabe dient nicht zur Festlegung des Mietgegenstandes" im Vertrag, so sind Klagen wegen einer zu klein angegebenen Größe der Wohnung aussichtslos. Auch bei ungenauen Angaben zur Wohnungsgröße wie beispielsweise "ca. 100 Quadratmeter" ist es problematisch, die Grenze für eine zehnprozentige Abweichung zu ziehen. 

Übrigens gelten die gleichen Regelungen auch beim umgekehrten Fall: Sind die Maße der Wohnung zwar falsch, aber es stehen zu wenige statt zu viele Quadratmeter im Mietvertrag, so ist auch diese Angabe gültig, solange die Abweichung nicht mehr als zehn Prozent beträgt.


Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

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