Wer zahlt die Steuern und Versicherungen - der Mieter oder der Vermieter?

geschrieben am 25.01.2013 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt.

Nebenkostenabrechnungen werden normalerweise als geschätzte Abschlagszahlung jeden Monat auf die Miete für die Mietswohnung aufgeschlagen. Am Jahresende erfolgt dann der genaue Abschluss, bei dem von Ihnen als Vermieter die tatsächlichen Kosten erfasst werden. Entsprechend der Höhe der monatlichen Abschlagszahlung zahlen Sie dann Ihren Mietern Überschüsse aus oder fordern eine Nachzahlung. Aufgrund der permanent steigenden Kosten für beispielsweise Energie ist oft mit einer Nachzahlung durch die Mieter zu rechnen. Diese versuchen in nahezu jeder zweiten Jahresabrechnung den eigenen Rotstift anzusetzen, weil nach Meinung der Mieter verschiedene Forderungen eventuell nicht gerechtfertigt seien. Viel Diskussions- und Streitstoff liefern dabei Steuer und Versicherung rund um das Haus. Wer hat also tatsächlich welche Kosten welcher Steuer bzw. Versicherung zu tragen?

Unter welche Voraussetzungen Sie Steuer und Versicherung auf den Mieter umlegen dürfen


Grundsätzlich hängt es davon ab, was Sie mit Ihrem Mieter im Mietvertrag vereinbart haben. Aber selbst einfachste Vertragsvordrucke nehmen hier bei der Betriebskostenabrechnung auf §556 aus dem BGB Bezug. Demnach können die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, also auch Grundsteuer und verschiedene Gebäudeversicherungen. Die genauen Berechnungsgrundlagen für die Höhe der Betriebskostenzahlung eines jeden einzelnen Mieters bezüglich der Größe der Mietswohnung finden Sie dann in der Verordnung zur wohnwirtschaftlichen Berechnung. Welche Versicherung, Steuer und auch sonstige Nebenkosten Sie erheben dürfen, ist dabei ganz klar definiert: Betriebskosten zahlt der Mieter, Verwaltungskosten der Vermieter.



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Welche Steuern und Versicherungen sind auf die Mietswohnung umlagefähig?


Versicherungen wie die Gebäude-Haftpflichtversicherung, Feuerversicherung, Versicherungsschutz gegen Überschwemmungen und Sturmschäden zählen zu den Betriebskostenversicherungen. Bei der Versicherung Gebäudehaftpflicht gehört ebenso die die Grundstückshaftpflichtversicherung dazu. Umschlagbar ist auch eine Versicherung gegen Schimmel, für den Öltank oder den Hausaufzug. Bei letzterem sogar, wenn Ihr Mieter im Erdgeschoss wohnt und den Aufzug nachweislich nicht nutzen kann oder braucht. Darüber hinaus kann auch die Grundsteuer auf den Mieter übertragen werden. Hingegen eine Versicherung wie gegen Mietausfallschutz oder aber auch Ihre eigene Hausratversicherung können Sie nicht auf die Mietwohnung umlegen.

Wie hoch sollten die monatlichen Abschlagszahlungen bemessen werden?


Um den Unterschied zwischen Verwaltungs- und Betriebskosten für Sie noch deutlicher machen zu können, noch ein Beispiel zum Aufzug: dessen Instandhaltung sind Betriebskosten, während die Reparatur zu den Verwaltungskosten zählt. Sie sollten darauf achten, dass Sie die Betriebskosten tatsächlich den Vorgaben entsprechend in Ihrem Mietvertrag zur Mietswohnung erwähnen. Wählen Sie dann eine ebenfalls angemessene monatliche Abschlagszahlung. Sofern es sich um eine angemessene und erlaubte Höhe handelt, sollten Sie diesen Betrag durchaus so wählen, dass er geringfügig höher angesetzt ist. Denn mit Sicherheit ist es für den Mieter ebenso leichter, die Kosten über das Jahr verteilt zu zahlen, als sich dann plötzlich mit einer sehr hohen Jahresabschlusszahlung konfrontiert zu sehen. Zusätzlich zur Vermeidung von Missverständnissen sollten Sie Ihrem zukünftigen Mieter während der Vertragsunterzeichnung auch erklären, welche Steuer und welche Versicherung in den Betriebskosten erscheint.

Bei weiteren Fragen hinsichtlich der Umlegung von Steuern und Verischerungen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!  

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