Kann der Vermieter eine Untervermietung verweigern?

geschrieben am 07.12.2012 von RE/MAX Ulm

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim folgenden Artikel um keine Rechtsberatung handelt. 

Die Frage nach der Aufnahme eines Untermieters, dürfte wohl jeder Vermieter schon einmal beantwortet haben. Viele Mieter müssen aufgrund von häuslichen Veränderungen einen Untermieter aufnehmen, um die Fixkosten zu abdecken zu können. Aber auch Mieter die künftig in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben wollen, benötigen die Erlaubnis den Partner oder die Partnerin im Mietobjekt aufnehmen zu dürfen. Eine Selbstverständlichkeit, ist die Zustimmung definitiv nicht. Ob und wann der Wunsch, einen Untermieter aufzunehmen abgelehnt werden kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. 

Ablehnung und Zustimmung eindeutig definiert


Eine Ablehnung definiert sich über die konkrete Verneinung. Bittet der Mieter seinen Wohnungsgeber um die Erlaubnis einen potenziellen Untermieter aufzunehmen zu dürfen, so muss die einzuziehende Person benannt werden. Sofern die Benennung des künftigen Untermieters nicht gegeben ist - der Mieter jedoch eine Frist bis zur Entscheidung der Vermieters setzt - so ist im Fall einer ausbleibenden Reaktion des Vermieters, nicht von einer grundsätzlichen Ablehnung auszugehen. Die Reaktion des Vermieters ist entscheidend. Bei ausbleibender Antwort des Vermieters ist weder von einer klar definierten Ablehnung auszugehen, noch hat der Mieter das Recht vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Entscheidend ist, dass der Vermieter nicht zu einer Reaktion verpflichtet werden kann, solange die einzuziehende Person nicht konkret benannt wurde. Sein Schweigen hat keinerlei Wertung und ist vom Mieter als suboptimale Tatsache hinzunehmen. Erst wenn die Ablehnung deutlich formuliert wurde, hat der Mieter das Recht sich auf das Sonderkündigungsrecht zu beziehen. Das Mietverhältnis kann unter diesen Umständen mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten vom Mieter beendet werden. 


fehlerbroschuere-banner



Das zu wertende Stillschweigen des Vermieters


Das Schweigen der Vermieters kann weder als Verweigerung, noch als Zustimmung gewertet werden. Auch wen der Vermieter nicht den Eindruck vermittelt, die Anfrage auf Untermieter verweigern zu wollen, so definiert sich über das Schweigen keine eindeutige Zustimmung. Für den Fall, dass der Mieter bei ausbleibender Antwort, von einer Zustimmung ausgeht und die Wohnung untervermietet, so hat der Vermieter spätestens dann das Recht, die Untermiete zu verweigern und den Mieter aufzufordern, die häusliche Situation wieder zu ändern. Eine stillschweigende Einverständniserklärung ist auch dann nicht gegeben, wenn der Mieter für die ausstehende Antwort eine Frist gesetzt hat. Das bedeutet, auch nach Ablauf dieser gesetzten Frist, zählt die ausgebliebene Antwort nicht als Einverständnis.

Der Vermieter kann die Untermiete verweigern


Grundsätzlich kann der Vermieter einen, beziehungsweise jeden potenziellen Untermieter ablehnen und die Anfrage des Mieters verweigern. Das Sonderkündigungsrecht ermöglicht dem Mieter jedoch, das Mietverhältnis mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten vorzeitig zu beenden. Auch dann, wenn der sich der Mieter für mehrere Jahre an den Mietvertrag gebunden hat. Eine konkrete Benennung des Untermieters ist die Voraussetzung dafür. Der Vermieter ist jedoch nicht verpflichtet zu antworten, bis der potenzielle Untermieter benannt wurde. Ein Ausbleiben der Antwort ist trotz Fristsetzung weder als Zustimmung, noch als Ablehnung zu werten. Zuwiderhandlungen des Vermieters können dazu führen, dass sich der Vermieter im Nachhinein dazu entscheidet, die Untermiete konsequent zu verweigern.

Sollten Sie weitere Fragen oder Zweifel hinsichtlich einer Untervermietung haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktierenUnser Team vom RE/MAX Immocenter Ulm steht Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!  

Kommentare


- Es sind noch keine Kommentare vorhanden. -