Obstgehölze selbst veredeln.


Alte Apfelsorten erhalten.

Das Veredeln von Obstgehölzen ist eine traditionelle gärtnerische Technik der künstlichen vegetativen Vermehrung. Sie dient vor allem dem Erhalt alter Obstsorten. Obwohl viele von ihnen ein einzigartiges, intensives Aroma haben, gerieten manche legendären Sorten im Zuge der globalen Marktentwicklung in Vergessenheit.

Dank des wachsenden Interesses an Nachhaltigkeit, Naturschutz und Artenvielfalt möchten immer mehr Landwirte und Hobbygärtner alte Apfelsorten wie die Rote Sternrenette (1830 erstmals beschrieben), den duftenden Gravensteiner (1669) oder den köstlichen Cox Orange (1825) erhalten und wiederbeleben. Dies gelingt nur durch künstliches Klonen. Bei der natürlichen Vermehrung werden positive Eigenschaften, welche die Pflanze und ihre Früchte auszeichnen, allerdings nur abgeschwächt weitergereicht, sie verwässern sozusagen.

Äpfel gelten als einfach zu veredeln. Man kann jedoch auch Süßkirsche auf Sauerkirsche oder Birne auf Quitte setzen. Allgemein gilt: Je näher die beiden Veredelungspartner verwandt sind, umso sicherer wachsen die Pflanzen zusammen.

So klappt das Veredeln.

Beim Veredeln bzw. der Okulation wird eine ruhende Knospe der gewünschten Obstsorte unter die Rinde eines Baums eingesetzt. Aus der Knospe entwickelt sich ein Ast, der später etwas seitlich aus der Unterlage nach oben wächst. Das Edelreis, also der Pflanzenteil, der auf einen anderen aufgesetzt wird, sollte frosthart sein, schnell wachsen und einen geraden Stamm bilden.

Selbst zu veredeln, ist gar nicht so schwierig. Für Hobbygärtner gibt es Veredelungssets mit einer genauen Anleitung und kompletter Ausstattung. Anleitungen finden Sie aber auch im Internet. Oder Sie fragen nach einer persönlichen Beratung bei einer nächstgelegenen Baumschule. Viele Baumschulen nehmen auch gerne Veredelungsaufträge an, wenn Sie sich einen eigenen Veredelungsversuch nicht zutrauen.




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